Oriette

SC Victoria : 1. FC Nürnberg
1. Hauptrunde im DFB Pokal

Sie lesen den Bericht einer fußballinteressierten Frau:

Ich war letzten Sonntag, am 5.8.07 dabei: Anstoß um 14 Uhr 30 auf dem Victoriaplatz Hoheluft.

Um 13 Uhr 50 nähere ich mich dem Victoriaplatz Hoheluft. Viele streben Richtung Sportplatz. Victoria, 5. Liga, kämpft gegen die Bundesligamannschaft 1. FC Nürnberg. G. hatte mich gebeten vorauszugehen, weil sein Garagentor kaputt ist. Wegen meiner roten Haare würde er mich im Gewühle schon finden. Na schön. Eingang: „Gehören Sie zum 1. FC Nürnberg oder zu Victoria“ werde ich gefragt. „Natürlich zu Victoria“. „Dann nehmen Sie bitte einen anderen Eingang, den daneben.“ Ich bin fassungslos. Warum die Trennung? Widerspruchslos lasse ich mich von einer Türsteherin abtasten, meine Handtasche kontrollieren und meine Wasserflasche abnehmen. Ich will schnell rein.

Vorspiel: Mein Hintermann sagt: „Da drüben sitzt der dicke Meyer“. Aha. Im Programmheft wird der Bundesligatrainer Hans Meyer zitiert:„Wenn ich eine ganze Flasche Rotkäppchensekt getrunken habe, wurde meine Frau danach regelmäßig schwanger!“ Blödmann. Wie schafft er es nur, erfolgreich zu sein.

Das Spiel beginnt. Um mich herum sind fast ausschließlich Herren jeder Colour. Vereinzelt werden sie von Damen begleitet. Tolle Stimmung. Die Sonne brennt vom Himmel und ich überlege, ob ich mich besser weiter nach oben in den Schatten zurückziehe. Sobald die Gelb-Blauen im Ballbesitz sind, feuern wir sie an. Die Nürnberger Fans, alle auf einem Haufen an der Breitseite des Platzes, deswegen also wurde ich ausgemustert, schreien, trommeln, schwenken Fahnen. Mein Nachbar wäre bereit, denen Geld zu geben, wenn sie endlich mit dem Gebrülle aufhören. Unbeachtet ist ein Tor gefallen. Der Mann an meiner rechten Seite guckt auf die Uhr. Nach 10 Minuten schon 0: 1. Es dauert seine Zeit bis der Stadionsprecher krächzt, dass das Spiel 0: 1 steht. Niemand interessiert sich dafür. Das Spiel plätschert dahin. Die Herren holen Bier im Pappbecher. Manche drängen in den Schatten, ich bleibe stehen. Also Victoria strengt sich an. Vor der Pause sehen sie richtig gut aus. Es besteht eine Torchance. Zwischendurch höre ich von den Zuschauern den Gesang, der Schieri ist eine Frau. Das soll eine Beleidigung für den Schiedsrichter sein. Unerhört. Wenn ein Roter auf dem Rasen liegt, erklingt, dass das doch keine Liegewiese ist. Nett. G. wird mich kaum finden unter soviel stabilen Männern. Das macht mir gar nicht aus, wenn ich alleine bleibe, aber unterhalten würde ich mich schon gerne mit ihm. Nürnberg schießt kurz vor der Pause ein Tor. Welch ein Jammer. Die Pause benütze ich, um mich in den Schatten zurückzuziehen.

Ende des Fußballspieles: Der 1. FC Nürnberg gewinnt gegen Victoria 6:0. Das finde ich ungerecht! Wenigstens 1 Tor hätten wir verdient gehabt. Jedenfalls schlugen viele Herzen ausschließlich für Victoria.


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