Oriette

Maik M. Paulsen

Staatlich geprüfter Artist - Jongleur.

Vorspiel: Dezember 2005

Ein geschminkter Mann betritt die Davidwache. Höflich bittet er einen Polizisten zu sagen, wo es zur Clemens-Schultz-Str. geht. Er bekommt die Auskunft und marschiert wieder los. Wo zum Teufel ist diese Straße? Die Kollegen meinten, sie sei ganz einfach zu finden. Es ist 8 Uhr morgens. Maik will endlich ins Bett.

Wenige Monate später: Samstag, der 11. März 2006

Wieder Maik - in Begleitung einer Dame im hellen Mantel. Zielsicher stapfen beide durch den Schnee in der Clemens-Schultz-.Str. Richtung Schmidt Theater. Er hat es inzwischen geschafft und lebt als freiberuflicher Artist. Er ist sein eigener Manager. Heute tritt er zum 2. Mal in der Mitternachts Show im Schmidt auf. Sound- und Lichtcheck stehen noch bevor. Aber das ist Routine geworden. Schließlich war er schon in der Kay Ray Late Night Show. Wenn er alle Auftritte seines 23-jährigen Lebens zählt, kommen nach langer Überlegung 400 zusammen. An seiner Jongleurnummer feilt er immer wieder. Jongleure, necken ihn die Kollegen, sind keine Artisten. Wer nichts kann, wird Jongleur. „Maik könnt´ sicher sonst nix....!“ Das ist sein Slogan auf der Autogrammkarte. Weit untertrieben! Eine Menge kann er. In Berlin hat er die Staatliche Artistenschule absolviert. Ein Jahr hat er Schauspielunterricht genommen. Für seine Nummer engagierte er einen Choreografen. Maik weiß, was er will. Sein Weg steht fest. Ein Ziel: Auftritt im Quatsch Comedy Club.

Seine Regieanweisungen sind unverändert: Normales Licht, rotes Licht, blaues Licht, rotes Licht, blaues Licht. Dann Verbeugen, dazu Musik ausblenden, warmes Applauslicht, Applaus hören. Während seiner Darbietung hört er den Zwischenapplaus nicht. Maik arbeitet voll konzentriert. Ob hohes Fieber, eben erst angekommen, Unglücksfall, wenn ihn der Moderator ankündigt, kommt er auf die Bühne. Vergessen die lange Wartezeit hinter den Kulissen. Fünf bis acht Ringe sind kurzfristig seine Welt. Dazu das Hochrad und den bei e-bay gekauften Kleiderständer. Alle Utensilien transportiert er in seinem Mazda. Wenn er mit dem Zug anreist, ist es eine elende Schlepperei, den großen Koffer zu wuchten.

Maik ist kein Trainingstier. Deswegen tritt er nicht mit unzähligen Ringen auf. Hat er auch gar nicht nötig. Seine Show hat Witz und Humor. Da steckt noch viel drin.

Niedrige Räume sind für Maik nichts, wenn er die Ringe wirft. In seiner Altbauwohnung in Berlin mit 3.80 m Deckenhöhe ist das Training nicht ideal.

Diesmal hat Maik den vorletzten Auftritt. Die Ringe sind vom erfahrenen Lichttechniker lindgrün illuminiert. Hat ein Lichttechniker nicht viel Erfahrung, läßt er die Ringe im Dunklen verschwinden. Kein Problem für Maik, er kann blind arbeiten. Diesmal purzelt ein Ring ins Publikum. O. k. Ein Verlust wird akzeptiert. Gekonnter Abgang, Maik wirft weit die orangefarbene Gerbera ins Publikum. Wie immer.

Nach der Show sitzen die Akteure zusammen. Da werden wichtige Kontakte geknüpft. Hinter dem Schäkern wird verhandelt. Maik verkauft sich wie ein „Alter“. Hilfsbereit unterstützt er eine Kollegin. Heute wird er schnurstracks zum Gästehaus für die Künstler finden.

Maik M.Paulsen
Danziger Str. 123
10407 Berlin
Fon 030 283 73 408
Mobil 0176 23185856
info@Maik-M-Paulsen.de
http://www.maik-m-paulsen.de


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